Effektiver Jahreszins bei Krediten / Tipps und Hinweise
Nicht selten werden Kredite zu einem effektivem Jahreszins ab 4-5 Prozent angeboten. Überlesen Sie hier nicht das Wörtchen “ab”, denn effektiv fällt der Jahreszins oft viel höher aus.
Wie eben in einem Bericht bei plusminus gesehen (sehr lesenswert) wird in vielen Fällen der effektive Jahreszins nicht korrekt angegeben. Der effektive Jahreszins sollte alle Kosten eines Darlehens enthalten, auch die Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühren und eventuell auch die Restschuldversicherung.
In diesem speziellen Beispiel betrug dann der effektive Jahreszins ca. 40 Prozent… Kaum zu glauben oder?
Der Abschluß einer Restschuldversicherung ist in den meißten Fällen optional. Wenn eine Restschuldversicherung zwingend notwendig ist, dann muß auch die Restschuldversicherung in den effektiven Jahreszins miteinberechnet werden. Wäre dies nicht der Fall, so würde laut eines Mitarbeiters der Verbraucherzentrale Bremen eine Täuschung des Verbrauchers vorliegen.
Neugierig wie ich bin habe ich natürlich gleich mal das Berechnungsmodul eines namhaften Kreditanbieters getestet. Man kann da auswählen welche Art von Restschuldversicherung man abschließen möchte. Die Angabe des effektiven Jahreszins bleibt aber immer gleich.
An den monatlichen Raten sieht man natürlich den Unterschied…
Tatsache ist, daß ein Kredit ohne die Restschuldversicherung wesentlich günstiger ausfällt. Interessant fand ich die ganze Sache, weil meine frühere Freundin damals selbst einen teuren Kredit mit Restschuldversicherung am Laufen hatte. Wir hatten damals, dank hilfreicher Mitarbeiter, den Kredit einfach woanders (ohne Versicherung) aufgenommen und den alten Kredit damit abgelöst. Was uns natürlich nicht die erneute Bearbeitungsgebühr ersparte…
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Joe sagt
am 14. April 2007 @ 21:32
Das hier hat doch auch was:
Santander Bank (vorm. CC-Bank) vergibt über Media-Markt angebliche 0,00 % effektiver Jahreszins-Kredite.
Diese stellen sich nach ein paar Monaten als dann nicht mehr 0,00% eff.Jah-zins heraus, denn dann bekommt der Kunde eine Jahresrechnung seiner Daten (meine bekomme ich am 10. April 2007 für den Zahlraum Juli-Dez 2006) für den unglaublichen Preis von 5,86 Euro + Porto 0,55 Euro, macht zusammen 6,41 Euro!
Da ich meinen Kredit aber noch nicht abbezahlt habe, sondern dieser über den Zeitraum von 12 Monaten läuft, würde ich dann nach Ablauf, ggf. früher oder erst im Jan nächsten Jahres, wieder eine Jahresrechnung erhalten, und wieder mit diesen ominösen 6,41 Euro
Stellt dieses Geschäftsgebaren nicht eine Täuschung des Verbrauchers dar?
Finanz-Blog sagt
am 9. Dezember 2007 @ 13:32
Das Phänomen kenne ich. Bei einigen Rechnern bleiben die Zinssätze mit und ohne Restschuldversicherung gleich und man findet nur im Kleingedruckten den Hinweis, dass es sich um die niedrigst möglichen Zinssätze handelt, und der individuelle Zinsatz natürlich davon abweichen kann. Ich hab das ganze auf http://www.online-kredite.com/ratgeber/restschuldversicherung.html mal bei der Creditplus Bank mit realen Daten durchgerechnet. Einmal mit und einmal ohne RSV. Der Unterschied von fast 17 Prozent bzw. 20 Prozent der eigentlichen Kreditsumme zeigt recht deutlich, wieviel die Bank an einer solchen RSV verdient. Würde man den Kredit über eine Risikolebensversicherung absichern, würde die Prämie dafür nur einen Bruchteil dessen betragen, was Banken für ihre vollkommen überteuerten Restschuldpolicen haben wollen.